Akute Atemnot
Plötzlich auftretende, bedrohliche Luftnot unterschiedlicher Ursache.
Plötzlich auftretende, bedrohliche Luftnot unterschiedlicher Ursache.
Erkennungszeichen
- Erhöhte Atemfrequenz, angestrengte, oberflächliche oder pfeifende Atmung
- Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, Nasenflügeln
- Zyanose (bläuliche Verfärbung von Lippen, Fingern)
- Angst, Unruhe, Fluchtreflex ('Todesangst')
- Sitzende Position mit aufgestützten Armen (Kutschersitz), um Atemhilfsmuskulatur zu nutzen
- Sprechdyspnoe (Person kann nur noch einzelne Worte sprechen)
- Erniedrigte Sauerstoffsättigung (Pulsoxymeter)
Sofortmaßnahmen
- Oberkörperhochlagerung, sitzende Position ermöglichen (Kutschersitz)
- Beengende Kleidung öffnen, für Frischluft sorgen
- Ruhe ausstrahlen, Betroffene beruhigen (Angst verstärkt die Atemnot zusätzlich)
- Sauerstoffgabe vorbereiten/verabreichen nach Anordnung
- Vitalzeichen überwachen (Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Puls, Blutdruck)
- Arzt/Notarzt alarmieren
- Bei bekannter Grunderkrankung (z. B. Asthma, COPD): vorhandenes Bedarfsmedikament (Notfallspray) unterstützend anwenden lassen
- Bei Verdacht auf Fremdkörperaspiration entsprechend reagieren (siehe Fremdkörperaspiration)
Was NICHT tun
- Betroffene Person nicht flach hinlegen
- Nicht hektisch reagieren oder die Angst der Person verstärken
- Nicht auf spontane Besserung warten, wenn sich der Zustand nicht rasch bessert
- Keine unnötigen Untersuchungen/Handlungen, die die Person zusätzlich anstrengen
Verständigung
Sofortige Alarmierung bei plötzlich auftretender, zunehmender oder mit Zyanose einhergehender Atemnot sowie bei Sprechdyspnoe.
Eselsbrücke
Hoch sitzen, Luft rein lassen, Ruhe bewahren — die drei Sofortmaßnahmen bei jeder Atemnot.
Merksatz
Angst verengt die Atemwege zusätzlich — Ruhe der Pflegeperson wirkt selbst wie eine erste Therapie.
Prüfungswissen
Klassischer Prüfungsfehler: Eine Person mit akuter Atemnot flach hinlegen. Die Oberkörperhochlagerung erleichtert die Atemarbeit, eine flache Lagerung verschlechtert die Situation zusätzlich.
Zusammenfassung
Bei akuter Atemnot stehen Oberkörperhochlagerung, beruhigendes Auftreten, Sauerstoffgabe und engmaschige Vitalzeichenkontrolle im Vordergrund. Zyanose, Sprechdyspnoe oder rasche Verschlechterung erfordern die sofortige Alarmierung von Arzt/Notarzt.
Praxisfall
Situation: Ein Bewohner mit bekannter COPD klingelt, wirkt unruhig, atmet hörbar pfeifend und schnell, seine Lippen erscheinen leicht bläulich verfärbt.
Frage: Was tust du?
Musterantwort: Oberkörperhochlagerung/Kutschersitz ermöglichen, beengende Kleidung öffnen, beruhigend einwirken, Sauerstoffsättigung messen, Arzt informieren, Vitalzeichen überwachen, bekanntes Bedarfsmedikament unterstützend einsetzen lassen.
In der App weiterlernen mit Quiz, Karteikarten und Fortschritt.