Akute Magen-Darm-Blutung
Bluterbrechen oder Teerstuhl mit Kreislaufzeichen, ein Notfall mit Schockgefahr.
Bluterbrechen oder Teerstuhl mit Kreislaufzeichen, ein Notfall mit Schockgefahr.
Erkennungszeichen
- Bluterbrechen (Hämatemesis), kaffeesatzartiges Erbrochenes
- Teerstuhl (Meläna) oder frisches Blut im Stuhl
- Blässe, Schwäche, Schwindel, Kaltschweißigkeit
- Schneller Puls und niedriger Blutdruck als Schockzeichen
- Risikofaktoren: Magengeschwür, Antikoagulanzien, NSAR, Leberzirrhose (Krampfadern)
Sofortmaßnahmen
- Notruf absetzen, Person nicht allein lassen
- Flach lagern mit erhöhten Beinen (Schocklage), bei Erbrechen stabile Seitenlage
- Vitalzeichen engmaschig kontrollieren, Nahrungskarenz
- Zugang und Infusion nach Anordnung vorbereiten, Blutgruppe und Blutbild veranlassen
- Menge und Aussehen von Erbrochenem und Stuhl dokumentieren
Was NICHT tun
- Nichts essen oder trinken lassen
- Keine Schmerzmittel wie ASS oder Ibuprofen geben
- Person nicht allein lassen oder aufstehen lassen
Verständigung
Sofort Notruf, besonders bei Kreislaufzeichen und unter Antikoagulation.
Eselsbrücke
Kaffeesatz oder Teer: Blut im Magen, Notfall.
Merksatz
Erbrechen von Blut oder Teerstuhl ist immer ein Notfall und braucht sofort ärztliche Hilfe.
Prüfungswissen
Teerstuhl deutet auf eine obere GI-Blutung, hellrotes Blut im Stuhl eher auf eine untere. Antikoagulanzien und NSAR erhöhen das Risiko.
Zusammenfassung
Bei Magen-Darm-Blutung: Notruf, Schocklage beziehungsweise Seitenlage, Nahrungskarenz, engmaschige Überwachung und Infusion nach Anordnung.
Praxisfall
Situation: Herr Braun, 72 Jahre, nimmt Marcumar und Ibuprofen. Er erbricht kaffeesatzartig, ist blass und schwindelig, sein Puls beträgt 110.
Frage: Wie gehen Sie vor?
Musterantwort: Notruf absetzen, Herrn Braun flach mit erhöhten Beinen lagern, bei Erbrechen Seitenlage, Vitalzeichen überwachen, Nahrungskarenz, Zugang und Infusion nach Anordnung vorbereiten und den Arzt über Marcumar und Ibuprofen informieren.
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