Notfälle

Hypertensive Krise

Stark erhöhter Blutdruck mit Kopfschmerz, Sehstörung oder Brustschmerz, ärztlich abzuklären.

Stark erhöhter Blutdruck mit Kopfschmerz, Sehstörung oder Brustschmerz, ärztlich abzuklären.

Erkennungszeichen

  • Sehr hohe Blutdruckwerte, oft über 180 zu 110 mmHg
  • Starke Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten
  • Sehstörungen, Ohrensausen, Unruhe
  • Bei Organbeteiligung: Brustschmerz, Atemnot, Verwirrtheit, neurologische Ausfälle

Sofortmaßnahmen

  • Person hinsetzen oder mit erhöhtem Oberkörper lagern und beruhigen
  • Blutdruck an beiden Armen messen und Puls kontrollieren, Werte notieren
  • Sofort ärztlich melden, bei Beschwerden wie Brustschmerz, Atemnot oder neurologischen Ausfällen Notruf
  • Bedarfsmedikation nur nach ärztlicher Anordnung geben
  • Blutdruck und Beschwerden engmaschig kontrollieren und dokumentieren

Was NICHT tun

  • Blutdruck nicht eigenmächtig oder abrupt senken
  • Keine Nahrung oder Kaffee zur Beruhigung ohne Anordnung
  • Person nicht allein lassen

Verständigung

Arzt sofort informieren, Notruf bei Brustschmerz, Atemnot, Sehverlust, Lähmungen oder Bewusstseinsstörung.

Eselsbrücke

Hoch ist nicht gleich Notruf: erst Symptome prüfen. Mit Beschwerden ist es ein Notfall.

Merksatz

Ein hoher Blutdruck wird nicht abrupt gesenkt, sondern ärztlich kontrolliert behandelt.

Prüfungswissen

Unterschied: Hypertensive Krise ohne Organschaden (Notfallsituation) und hypertensiver Notfall mit Organschaden (akute Lebensgefahr). Zu schnelles Senken kann Durchblutungsstörungen auslösen.

Zusammenfassung

Bei hypertensiver Krise Blutdruck und Beschwerden erfassen, ärztlich melden, nicht abrupt senken und bei Organzeichen Notruf absetzen.

Praxisfall

Situation: Frau Ziegler, 71 Jahre, klagt über starke Kopfschmerzen und Flimmern vor den Augen. Der Blutdruck beträgt 210 zu 115 mmHg.

Frage: Was ist zu tun?

Musterantwort: Frau Ziegler hinsetzen, Blutdruck an beiden Armen und Puls kontrollieren, beruhigen und sofort den Arzt informieren. Bedarfsmedikation nur nach Anordnung. Bei zusätzlichen Zeichen wie Brustschmerz, Atemnot oder Lähmung Notruf. Werte und Verlauf dokumentieren.

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