Hypovolämischer Schock
Schock durch massiven Blut- oder Flüssigkeitsverlust.
Schock durch massiven Blut- oder Flüssigkeitsverlust.
Erkennungszeichen
- Tachykardie, später Blutdruckabfall
- Blasse, kaltschweißige Haut
- Unruhe, Verwirrtheit bis Bewusstseinstrübung
- Verlängerte Rekapillarisierungszeit
- Verminderte Urinausscheidung
Sofortmaßnahmen
- Ursache identifizieren und wenn möglich stoppen (z. B. Blutungsquelle komprimieren)
- Schocklage (Beine hochlagern), sofern keine Kontraindikation
- Arzt/Notarzt alarmieren
- Großlumigen i.v.-Zugang vorbereiten für die Volumensubstitution
- Vitalzeichen engmaschig überwachen (Puls, Blutdruck, Sauerstoffsättigung)
- Wärmeerhalt (Decke), da Unterkühlung die Gerinnung verschlechtert
- Patient nüchtern lassen (evtl. operative Versorgung nötig)
Was NICHT tun
- Nicht auf spontane Stabilisierung warten
- Bei Verdacht auf Schädel-Hirn-Trauma keine Schocklage mit tiefem Kopf (Hirndruckgefahr)
- Keine orale Flüssigkeitsgabe bei instabilem Zustand
Verständigung
Sofortige Alarmierung bei Schockzeichen — der hypovolämische Schock kann rasch dekompensieren und ist ohne Volumenersatz lebensbedrohlich.
Eselsbrücke
Blass, kaltschweißig, schnell und flach — die vier Kennzeichen des sich entwickelnden Schocks.
Merksatz
Ein normaler Blutdruck schließt einen beginnenden Schock nicht aus — der Körper kompensiert lange über eine erhöhte Herzfrequenz, bevor der Blutdruck abfällt.
Prüfungswissen
Klassischer Prüfungsfehler: Sich bei der Schockeinschätzung allein auf den Blutdruck verlassen. Die Tachykardie als Kompensationsmechanismus tritt meist deutlich früher auf als der Blutdruckabfall.
Zusammenfassung
Der hypovolämische Schock entsteht durch massiven Flüssigkeits- oder Blutverlust und zeigt sich früh durch Tachykardie, erst später durch Blutdruckabfall. Zentrale Pflegeaufgabe: Blutungsquelle kontrollieren, Schocklage, sofortige Alarmierung und Vorbereitung der Volumensubstitution.
Praxisfall
Situation: Ein Patient nach einem Sturz mit stark blutender Wunde am Bein wirkt zunehmend blass, kaltschweißig und unruhig, sein Puls ist deutlich beschleunigt.
Frage: Was tust du?
Musterantwort: Blutungsquelle komprimieren, Schocklage (Beine hoch), Arzt/Notarzt alarmieren, einen großlumigen Zugang vorbereiten, Vitalzeichen engmaschig überwachen, für Wärmeerhalt sorgen und den Patienten nüchtern lassen.
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