Kindernotfall: Pseudokrupp und akute Atemnot
Bellender Husten und pfeifendes Einatmen bei Kindern, oft nachts: ruhig bleiben und Atemwege beruhigen.
Bellender Husten und pfeifendes Einatmen bei Kindern, oft nachts: ruhig bleiben und Atemwege beruhigen.
Erkennungszeichen
- Bellender Husten, heisere Stimme, plötzlicher Beginn oft nachts
- Pfeifendes Geräusch beim Einatmen (Stridor)
- Atemnot mit Einziehungen am Brustkorb
- Unruhe, Angst, Blässe oder Blaufärbung
- Häufig nach einem Infekt der oberen Atemwege
Sofortmaßnahmen
- Ruhe bewahren und das Kind beruhigen, Aufregung verstärkt die Atemnot
- Kind aufrecht sitzend halten, kühle feuchte Luft (offenes Fenster) anbieten
- Notruf bei deutlicher Atemnot, Blaufärbung, Speicheln oder Erschöpfung
- Atmung, Sauerstoffsättigung und Bewusstsein überwachen
- Medikamente (Kortison, Adrenalin zur Inhalation) nur nach ärztlicher Anordnung
- Kind nicht allein lassen, Verlauf dokumentieren
Was NICHT tun
- Nichts in den Mund oder Rachen einführen
- Kind nicht flach hinlegen oder zwingen zu liegen
- Keine Rachenuntersuchung mit Spatel bei Verdacht auf Kehldeckelentzündung
- Nicht abwarten bei deutlicher Atemnot
Verständigung
Notruf bei ausgeprägter Atemnot, Blaufärbung, Speichelfluss, hohem Fieber oder wenn das Kind erschöpft wirkt.
Eselsbrücke
Aufrecht, ruhig, kühle Luft.
Merksatz
Bei Pseudokrupp das Kind aufrecht und ruhig halten, kühle Luft anbieten und bei Atemnot sofort den Notruf wählen.
Prüfungswissen
Wichtig: Beim bellenden Husten mit Stridor ruhig bleiben, Kind nicht aufregen. Ein hohes Fieber mit Speicheln und schwerer Atemnot spricht für eine Kehldeckelentzündung und ist ein Notfall.
Zusammenfassung
Bei Pseudokrupp Ruhe bewahren, Kind aufrecht halten, kühle Luft anbieten, Atmung überwachen und bei Atemnot sofort den Notruf wählen.
Praxisfall
Situation: Ein zweijähriges Kind wacht nachts mit bellendem Husten und pfeifender Einatmung auf. Es wirkt ängstlich und atmet angestrengt.
Frage: Was tun Sie?
Musterantwort: Ruhe bewahren, Kind aufrecht halten und beruhigen, kühle Luft anbieten, Atmung und Sättigung überwachen, Arzt oder Notruf informieren und Medikamente nur nach Anordnung geben. Bei Blaufärbung oder Erschöpfung sofort Notruf.
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