Massive Blutung
Starke äußere Blutung mit Schockgefahr — sofortige Blutstillung entscheidend.
Starke äußere Blutung mit Schockgefahr — sofortige Blutstillung entscheidend.
Erkennungszeichen
- Starke, sichtbare äußere Blutung (spritzend = arteriell, gleichmäßig fließend = venös)
- Rasch durchtränkte Verbände/Kleidung
- Blässe, Kaltschweißigkeit, Unruhe als Zeichen des beginnenden Schocks
- Tachykardie, später Blutdruckabfall
- Bei innerer Blutung: keine sichtbare Wunde, aber Schockzeichen (schwerer zu erkennen)
Sofortmaßnahmen
- Sofortige manuelle Kompression der Blutungsquelle (mit sauberem Tuch/Kompresse, direkter Druck)
- Betroffene Extremität, wenn möglich, hochlagern
- Arzt/Notarzt umgehend alarmieren
- Bei anhaltender starker Blutung Druckverband anlegen
- Vitalzeichen engmaschig überwachen (Puls, Blutdruck, Bewusstsein)
- Schocklage, sofern keine Kontraindikation (z. B. Kopf-/Wirbelsäulenverletzung)
- Betroffene Person warm halten, beruhigen
- Bei Verdacht auf Fremdkörper in der Wunde: nicht entfernen, um die Wunde herum abpolstern
Was NICHT tun
- Blutungsquelle nicht unbeobachtet lassen — wenn Hilfe nötig ist, Druck weiter aufrechterhalten und Hilfe rufen
- Fremdkörper in der Wunde nicht entfernen (können die Blutung wie ein Pfropfen zurückhalten)
- Einen wirksamen Druckverband nicht vorschnell wieder lösen — nur kontrollieren, nicht entfernen
- Bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung keine unnötige Umlagerung
Verständigung
Sofortige Alarmierung bei jeder massiven äußeren Blutung sowie bei Verdacht auf innere Blutung mit Schockzeichen.
Eselsbrücke
Drücken vor Denken — bei starker Blutung zählt zuerst die manuelle Kompression, alles andere kommt danach.
Merksatz
Eine tiefrote, gleichmäßig fließende Blutung ist meist venös, eine hellrote, pulssynchron spritzende Blutung meist arteriell — beide erfordern sofortigen Druck.
Prüfungswissen
Klassischer Prüfungsfehler: Bei starker Blutung zuerst nach Verbandsmaterial suchen, statt sofort mit der Hand oder einem beliebigen sauberen Tuch direkten Druck auf die Wunde auszuüben. Zeitverlust in dieser Phase kann entscheidend sein.
Zusammenfassung
Bei massiver Blutung hat die sofortige manuelle Kompression oberste Priorität, gefolgt von Hochlagerung, Druckverband und umgehender Alarmierung. Fremdkörper in der Wunde werden belassen, Vitalzeichen engmaschig auf Schockzeichen überwacht.
Praxisfall
Situation: Ein Bewohner hat sich beim Sturz eine tiefe Schnittwunde am Unterschenkel zugezogen, aus der Blut in kräftigem Schwall austritt.
Frage: Was tust du?
Musterantwort: Sofort direkten manuellen Druck auf die Wunde mit sauberem Tuch ausüben, Bein hochlagern, Hilfe/Arzt alarmieren lassen, Druckverband anlegen, Vitalzeichen überwachen, auf Schockzeichen achten und Betroffenen beruhigen.
In der App weiterlernen mit Quiz, Karteikarten und Fortschritt.