Schädel-Hirn-Trauma nach Sturz
Kopfverletzung mit Bewusstseinsveränderung, Erbrechen oder Blutung: engmaschig überwachen und ärztlich abklären.
Kopfverletzung mit Bewusstseinsveränderung, Erbrechen oder Blutung: engmaschig überwachen und ärztlich abklären.
Erkennungszeichen
- Kopfverletzung nach Sturz oder Schlag, Platzwunde, Beule
- Kurze Bewusstlosigkeit, Gedächtnislücke, Verwirrtheit
- Kopfschmerz, Übelkeit, wiederholtes Erbrechen
- Ungleiche Pupillen, Sehstörungen, Krampfanfall
- Blut oder klare Flüssigkeit aus Nase oder Ohr
- Zunehmende Schläfrigkeit oder Unruhe im Verlauf
Sofortmaßnahmen
- Notruf bei Bewusstseinsstörung, Erbrechen, Krampfanfall oder Verdacht auf schwere Verletzung
- Oberkörper leicht erhöht lagern (etwa 30 Grad), Kopf möglichst gerade
- Blutung mit sterilem Verband abdecken, kein starker Druck bei Verdacht auf Schädelbruch
- Vitalzeichen, Bewusstsein und Pupillen engmaschig kontrollieren
- Bei Erbrechen Seitenlage, Atemwege sichern
- Einnahme von Blutverdünnern erfragen und dem Arzt mitteilen
- Verlauf und Uhrzeiten dokumentieren
Was NICHT tun
- Person nicht allein lassen und nicht einschlafen lassen ohne Kontrolle
- Keine Nahrung oder Getränke bei Bewusstseinsstörung
- Bei Verdacht auf Halswirbelverletzung Kopf nicht drehen oder beugen
- Keine Schmerzmittel wie ASS geben
Verständigung
Immer ärztlich melden, besonders bei Blutverdünnern, älteren Personen und jeder Verschlechterung. Notruf bei Bewusstseinsstörung.
Eselsbrücke
Kopf hoch, Augen auf, Bewusstsein beobachten.
Merksatz
Nach einem Kopfanprall Bewusstsein und Pupillen weiter beobachten: Verschlechterung nach Stunden kann auf eine Blutung im Kopf hinweisen.
Prüfungswissen
Wichtig: Unter Antikoagulation und bei älteren Menschen kann eine Hirnblutung verzögert auftreten. Warnzeichen sind zunehmende Schläfrigkeit, Erbrechen, ungleiche Pupillen und Krampfanfall.
Zusammenfassung
Nach Schädel-Hirn-Trauma Bewusstsein, Pupillen und Vitalzeichen engmaschig überwachen, Oberkörper leicht erhöhen und bei Verschlechterung oder Blutverdünnern sofort ärztlich handeln.
Praxisfall
Situation: Frau Aigner, 84 Jahre, stürzt und schlägt mit dem Kopf auf. Sie nimmt Marcumar. Zunächst wirkt sie fit, zwei Stunden später ist sie schläfrig und erbricht.
Frage: Was tun Sie?
Musterantwort: Notruf absetzen, Oberkörper leicht hochlagern, Seitenlage bei Erbrechen, Vitalzeichen, Bewusstsein und Pupillen kontrollieren und den Rettungsdienst über die Einnahme von Marcumar informieren. Die Verschlechterung nach freiem Intervall kann auf eine Blutung hindeuten.
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