Akuter Schlaganfall
Plötzliche neurologische Ausfälle — FAST-Schema und Zeit bis zur Behandlung entscheiden über den Ausgang.
Plötzliche neurologische Ausfälle — FAST-Schema und Zeit bis zur Behandlung entscheiden über den Ausgang.
Erkennungszeichen
- Face: Hängender Mundwinkel, asymmetrisches Lächeln
- Arms: Armvorhalteversuch — ein Arm sinkt ab oder kann nicht gehalten werden
- Speech: Sprachstörung, undeutliche oder unmögliche Sprache
- Time: Zeitpunkt des Symptombeginns exakt festhalten — entscheidend für die Therapie
Sofortmaßnahmen
- FAST-Test durchführen und dokumentieren
- Sofort Arzt/Notarzt alarmieren (Verdacht auf Schlaganfall ist ein Zeit-ist-Hirn-Notfall)
- Zeitpunkt des Symptombeginns möglichst genau ermitteln (wichtig für die Thrombolyse-Entscheidung)
- Patient nicht essen/trinken lassen (Aspirationsgefahr bei Schluckstörung)
- Oberkörperhochlagerung (30°), sofern keine Kontraindikation
- Vitalzeichen und Bewusstseinslage engmaschig überwachen
- Blutzucker messen (eine Hypoglykämie kann Schlaganfall-Symptome vortäuschen)
Was NICHT tun
- Nicht abwarten, 'ob es besser wird' — jede Minute zählt
- Keine orale Nahrungs-/Flüssigkeitsgabe bei Verdacht auf Schluckstörung
- Blutdruck nicht eigenmächtig senken (nur nach ärztlicher Anordnung)
Verständigung
Sofortige Alarmierung bei jedem Verdacht, auch wenn sich die Symptome bereits bessern (TIA) — jede Minute ohne Behandlung kann Hirngewebe kosten ('Time is brain').
Eselsbrücke
FAST: Face, Arms, Speech, Time — die vier Buchstaben, die über den Ausgang eines Schlaganfalls mitentscheiden.
Merksatz
Auch wenn sich die Symptome scheinbar von selbst bessern (TIA), ist das kein Grund zur Entwarnung — das Risiko für einen nachfolgenden großen Schlaganfall ist in den Tagen danach stark erhöht.
Prüfungswissen
Klassischer Prüfungsfehler: Bei sich bessernden Symptomen (TIA) auf die Alarmierung verzichten. Eine TIA ist ein Warnzeichen und muss genauso ernst genommen werden wie ein manifester Schlaganfall.
Zusammenfassung
Der akute Schlaganfall ist ein zeitkritischer Notfall, bei dem das FAST-Schema die schnelle Erkennung ermöglicht. Zentrale Pflegeaufgabe: sofortige Alarmierung, genaue Zeitdokumentation und Vermeidung oraler Nahrungsaufnahme bis zum Ausschluss einer Schluckstörung.
Praxisfall
Situation: Ein Bewohner hat plötzlich einen hängenden Mundwinkel und spricht undeutlich, als du ihn beim Frühstück ansprichst.
Frage: Was tust du?
Musterantwort: FAST-Test durchführen und dokumentieren, sofort Arzt/Notarzt alarmieren, den genauen Zeitpunkt des Symptombeginns ermitteln, keine Nahrung/Flüssigkeit geben, Vitalzeichen kontrollieren und Blutzucker messen.
In der App weiterlernen mit Quiz, Karteikarten und Fortschritt.