Pflegeplanung

AEDL & Strukturierungsmodelle

Pflegebedarf mithilfe von AEDL/ABEDL nach Krohwinkel systematisch erfassen.

Pflegebedarf mithilfe von AEDL/ABEDL nach Krohwinkel systematisch erfassen.

Ziel

Strukturierungsmodelle wie die AEDL (Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens) nach Monika Krohwinkel geben der Informationssammlung und Pflegeplanung eine bewährte, ganzheitliche Ordnung, damit kein wichtiger Lebensbereich der pflegebedürftigen Person übersehen wird.

Grundprinzipien

  • Die AEDL umfassen 13 Bereiche menschlicher Aktivität — die vollständige Liste findest du in der Tabelle weiter unten
  • Das Modell nach Krohwinkel versteht Pflege ganzheitlich (fördernde Prozesspflege) und bezieht ausdrücklich auch existenzielle, nicht nur körperliche Bereiche ein
  • Die ABEDL-Erweiterung ergänzt das Modell um den Bereich 'Ausscheiden' als eigenständigen Punkt
  • Strukturierungsmodelle wie AEDL/ABEDL sind ein anderes, ausführlicheres Ordnungssystem als die sechs Themenfelder der SIS — beide verfolgen ein ähnliches Ziel, sind aber nicht deckungsgleich

Durchführung / Ablauf

  • Jeden AEDL-Bereich systematisch daraufhin prüfen, ob bei der Person in diesem Bereich ein Pflegeproblem, ein Risiko oder eine Ressource vorliegt
  • Nur tatsächlich relevante Bereiche vertiefend dokumentieren — nicht jeder Bereich ist bei jeder Person gleichermaßen bedeutsam
  • Informationen aus den AEDL-Bereichen als Grundlage für die Formulierung von Pflegediagnosen im PESR-Format nutzen
  • Existenzielle Erfahrungen (z. B. Umgang mit der eigenen Sterblichkeit, soziale Sicherheit) nicht vernachlässigen, auch wenn sie schwerer zu erfassen sind als körperliche Aktivitäten

Typische Fehler

  • Die AEDL-Bereiche werden mit den sechs SIS-Themenfeldern verwechselt oder gleichgesetzt
  • Nur die körperlichen AEDL-Bereiche (z. B. Bewegung, Körperpflege) werden erfasst, existenzielle Bereiche werden übergangen
  • Alle 13 Bereiche werden bei jeder Person gleich ausführlich dokumentiert, unabhängig von der tatsächlichen Relevanz
  • Das Modell wird als reines Abfrageschema genutzt, ohne die zugrunde liegende ganzheitliche Sichtweise auf die Person zu berücksichtigen

Eselsbrücke

AEDL: Aktivitäten UND existenzielle Erfahrungen — nicht nur der Körper zählt, auch Sinn, Sicherheit und soziale Zugehörigkeit gehören dazu.

Merksatz

ABEDL = AEDL plus das eigenständige 'Ausscheiden' — die Erweiterung ergänzt einen Bereich, den das ursprüngliche Modell nur implizit mitdachte.

Prüfungswissen

Klassischer Prüfungsfehler: AEDL-Bereiche und die sechs Themenfelder der SIS werden gleichgesetzt. Es handelt sich um zwei unterschiedliche, in der Praxis parallel existierende Ordnungssysteme mit ähnlichem Ziel, aber unterschiedlichem Detailgrad — die SIS ist bewusst schlanker gehalten als das ausführlichere AEDL/ABEDL-Modell.

Zusammenfassung

AEDL/ABEDL nach Krohwinkel ist ein ganzheitliches Strukturierungsmodell mit 13 Aktivitäts- und existenziellen Bereichen zur systematischen Erfassung des Pflegebedarfs. Zentrale Pflegeaufgabe: alle relevanten Bereiche prüfen, existenzielle Erfahrungen nicht vernachlässigen und das Modell nicht mit der SIS gleichsetzen.

Praxisfall

Situation: Eine Pflegeplanung erfasst bei einem Bewohner ausführlich Mobilität und Körperpflege, geht aber nicht auf seine sozialen Kontakte und sein Sicherheitsempfinden ein.

Frage: Was fehlt im Sinne des AEDL-Modells nach Krohwinkel?

Musterantwort: Die existenziellen Erfahrungen (z. B. soziale Beziehungen, Sicherheit, Sinnerleben) fehlen — das Modell nach Krohwinkel ist bewusst ganzheitlich angelegt und bezieht diese Bereiche gleichwertig neben den körperlichen Aktivitäten mit ein.

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