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Pflegealltag

Laborwerte in der Pflege: die wichtigsten Normwerte im Überblick

5. Oktober 2026 6 Min. Lesezeit

Laborwerte begegnen dir in der Pflege ständig: bei der Visite, in der Übergabe, im Arztbrief und natürlich in Prüfungen. Du musst keine Ärztin oder kein Arzt sein, um sie einzuordnen. Aber du solltest wissen, welche Werte normal sind, welche Abweichungen dringend sind und was du dann tust. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Werte, die in der Pflegeausbildung immer wieder auftauchen.

Ein wichtiger Hinweis vorab

Die genannten Bereiche sind Richtwerte, wie sie in Lehrbüchern üblich sind. Jedes Labor gibt auf dem Befund eigene Referenzbereiche an, die je nach Messverfahren, Alter und Geschlecht leicht abweichen. Im Alltag zählt immer der Referenzbereich auf dem Befund. Für Prüfungen helfen dir die hier genannten Werte als Orientierung.

Blutbild: Hämoglobin, Leukozyten, Thrombozyten

Das Hämoglobin (Hb) transportiert den Sauerstoff im Blut. Als Richtwert gelten bei Frauen etwa 12 bis 16 g/dl und bei Männern etwa 14 bis 18 g/dl. Ein niedriger Wert spricht für eine Blutarmut (Anämie). Typische Zeichen sind Blässe, Müdigkeit, Atemnot bei Belastung und ein schneller Puls.

Die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) liegen etwa bei 4 bis 10 Tausend pro Mikroliter. Erhöhte Werte weisen oft auf eine Entzündung oder Infektion hin. Die Thrombozyten (Blutplättchen) liegen etwa bei 150 bis 400 Tausend pro Mikroliter. Sind sie stark erniedrigt, steigt die Blutungsgefahr. Dann achtest du besonders auf Nasenbluten, Hautblutungen und vorsichtige Pflege.

Elektrolyte: Natrium und Kalium

Natrium liegt etwa bei 135 bis 145 mmol/l und steht in engem Zusammenhang mit dem Wasserhaushalt. Kalium liegt etwa bei 3,5 bis 5,0 mmol/l. Kalium ist besonders wichtig, weil sowohl zu niedrige als auch zu hohe Werte gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen können. Auffällige Kaliumwerte meldest du deshalb zügig.

Niere und Leber

Das Kreatinin zeigt, wie gut die Nieren arbeiten. Als Richtwert liegt es etwa bei 0,6 bis 1,2 mg/dl, abhängig von Geschlecht und Muskelmasse. Steigt es an, kann die Nierenfunktion eingeschränkt sein, und viele Medikamente müssen dann anders dosiert werden.

Bei der Leber schaut man häufig auf die Transaminasen GOT und GPT sowie auf Gamma-GT und Bilirubin. Erhöhte Werte weisen auf eine Belastung oder Schädigung von Leber oder Gallenwegen hin. Ein erhöhtes Bilirubin zeigt sich äußerlich oft als gelbliche Haut und Augen (Ikterus).

Entzündung und Blutzucker

Das CRP (C-reaktives Protein) steigt bei Entzündungen. Unter etwa 5 mg/l gilt es als unauffällig. Hohe Werte zusammen mit Fieber und schlechtem Allgemeinzustand sprechen für eine ausgeprägte Entzündung und gehören sofort in die Übergabe.

Der Nüchternblutzucker liegt bei Gesunden etwa bei 70 bis 100 mg/dl. Werte unter 70 mg/dl gelten als Unterzuckerung und verlangen schnelles Handeln. Sehr hohe Werte deuten bei Menschen mit Diabetes auf eine Entgleisung hin. Auch hier gilt: auffällige Werte werden dokumentiert und an die zuständige Person gemeldet.

So gehst du in der Praxis vor

Du musst nicht jede Zahl auswendig kennen. Entscheidend ist ein klares Vorgehen: Wert mit dem Referenzbereich vergleichen, die betroffene Person beobachten (passt der Zustand zum Wert?), Auffälligkeiten dokumentieren und zeitnah an die zuständige Fachkraft oder die Ärztin melden. Besonders dringend sind stark abweichende Kalium-, Blutzucker- und Hämoglobinwerte.

Zum Lernen helfen kleine Gruppen: erst Blutbild, dann Elektrolyte, dann Niere und Leber. Wiederhole sie mit Karteikarten in kurzen Abständen, statt alles an einem Abend zu lernen.

Laborwerte sind kein Geheimwissen. Wer die wichtigsten Richtwerte kennt und weiß, wann er melden muss, handelt sicher. Merke dir die Gruppen Blutbild, Elektrolyte, Niere, Leber, Entzündung und Blutzucker. Auf der Next Level Pflege Academy findest du dazu einen kostenlosen Laborwerte-Spickzettel als PDF und passende Quizfragen, mit denen du dein Wissen prüfen kannst.

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